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Chefs sollten wissen, wie der Mitarbeiter tickt

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von Kathrin Gulnerits | 17.02.2012 | 10:45

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Chefs sollten wissen, wie der Mitarbeiter tickt

Der eine Mitarbeiter braucht viel Zuwendung, der andere fühlt sich wohler, wenn er sich abgrenzen kann. Chefs, die wissen, wie ihr Team tickt, tun sich beim Führen leichter.

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Um Mitarbeiter besser einschätzen zu können, brauchen Chefs psychologisches Wissen.

Zitiert

Ursula Mahler, Managementtrainerin

Sie müssen der knallharte Hund sein, Seelentröster und Motivator.

Facts

Vier Typen
Nähe-Typus: Bindung, Zuneigung, Vertrauen, Sympathie, Mitmenschlichkeit. Sie sind ungern alleine.

Distanz-Typus: Abgrenzung, Freiheit. Sie wollen nicht beeinflusst werden.

Dauer-Typus: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Planung. Sie neigen dazu, unflexibel, pedantisch und stur zu sein.

Wechsel-Typus: Kreativität, Risiko, Spontaneität, Ideenreichtum. Sie können unzuverlässig und chaotisch sein.

Mitarbeiter Hubert Maier grüßt prinzipiell nicht und sitzt gern abgegrenzt an seinem Schreibtisch? Lassen Sie ihn - und ärgern Sie sich vor allem nicht über die vermeintliche Arroganz. Kollege Maier mag Sie trotzdem. Er kann nur nicht anders. Denn er ist nun mal ein "Distanz-Typus". Seine "Macken" sollten Sie als Führungskraft einschätzen können, genauso wie die Eigenheiten eines "Nähe-Typus", eines "Dauer-Typus" und eines "Wechsel-Typus" (siehe Kasten).

"Das hilft enorm im Führungsalltag", verspricht Managementtrainerin Ursu Mahler, die Führungskräften das Einmaleins der Psychologie beibringt ("Praktische Psychologie für Führungskräfte", 26.-27. März in Wien, Veranstalter Business Circle). In ihren Seminaren sitzen Chefs, die mit ihren Mitarbeitern besser umgehen wollen. "Sie wollen sie mehr einbeziehen, sie besser führen - kurzum, ihnen das Tagwerk schmackhafter machen."

Mahler ist überzeugt: "Das lässt sich lernen." Zwei Tage lang zeigt sie, was es heißt, Mitarbeiter persönlichkeits-orientiert zu führen. Sie hilft ihren Teilnehmern, psychologische Spiele im Team zu erkennen und erklärt, wie Verhaltensmuster verändert werden können. "Wichtig ist, sich einmal hinzusetzen, sein Team durchzugehen und sich die unterschiedlichen Typen vor Augen zu führen", sagt Mahler und fügt hinzu: "Schon daraus, wie der Schreibtisch ausschaut, lassen sich viele Rückschlüsse ziehen." Dem "Distanz-Typus" gibt man beispielsweise kurz und klar Ziele vor ("Ich verlasse mich auf Sie!"). Mahler: "Der will keinen Small Talk führen, der will noch nicht mal die Hand geben. Da darf man nicht beleidigt sein." Bindung, Zuneigung und Vertrauen haben dafür beim "Nähe-Typus" einen hohen Stellenwert. "Der braucht die Frage:, Wie war das Wochenende?'", erklärt Mahler.

Nicht verstellen

Den "Dauer-Typus" muss man mit Samthandschuhen anfassen, gerade, wenn es um Veränderungen geht. "Der mag Sicherheit und Beständigkeit. Er will auch immer am gleichen Platz in der Kantine sitzen", schmunzelt Mahler. Sie ist überzeugt: "Führungskräfte, die sich ein wenig darauf einlassen, werden ihre Mitarbeiter glücklich machen. Das heißt ja nicht, dass man sich als Chef verstellen muss."

Entscheidend ist, dass Führungskräfte eine große Rollenvielfalt beherrschen. Früher hieß es gern mal: Der Chef ist halt so. Das geht laut Mahler heute nicht mehr. Heute muss die Führungskraft sieben, acht Rollen spielen können. Sie muss mit Widersprüchen umgehen können, darf nicht blockieren und muss sich rasch anpassen. Mahler: "Sie müssen der knallharte Hund sein, aber eben auch Seelentröster und Motivator."

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