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Der Wille ist da, die Umsetzung dauert

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von Kathrin Gulnerits | 25.11.2011 | 00:33

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Der Wille ist da, die Umsetzung dauert

34.000 Personen mit Behinderung sind derzeit ohne Job

WB_Foltin

Wisag-Finanzchefin Brigitte Fiedler kann nicht nur auf Glücksbewerbungen hoffen, wenn sie die Quote erfüllen will

Know-how, Leistungsfähigkeit, Engagement, Karriere: Auch für behinderte Menschen sind das keine Fremdwörter. Dennoch tun sie sich schwer, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Zwar sorgt eine gesetzliche Quote dafür, dass Arbeitnehmer mit Behinderung und Arbeitgeber zusammengebracht werden. Doch in der Realität funktioniert das nur schwer. "Wir suchen permanent qualifizierte behinderte Arbeitnehmer", sagt Brigitte Fiedler, CFO bei der Wisag Austria. "Sie zu finden, ist schwierig."

Das Unternehmen beschäftigt im Moment 17 Arbeitnehmer mit Behinderung. Die meisten davon sind in der Gebäudereinigung tätig. "Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten", behauptet Fiedler, die ausschließlich gute Erfahrungen gesammelt hat. Seit Kurzem sucht sie Mitarbeiter über die Plattform "Career Moves", eine Initiative, bei der Jobsuchende mit Einschränkungen die Möglichkeit haben, sich völlig chancengleich zu bewerben. Im Vordergrund steht die Leistungsfähigkeit, nicht die Behinderung. "Vorher haben wir auf Glücksbewerbungen warten müssen oder wir haben durch Mundpropaganda Mitarbeiter gefunden", sagt Fiedler.

Wirtschaftlicher Aspekt

Trotz allem Engagement - die gesetztliche Quote erfüllt die Wisag mit insgesamt 1045 Mitarbeitern nicht. Pro 25 Arbeitnehmer sind Unternehmen verpflichtet, einen "begünstigt behinderten Arbeitnehmer" zu beschäftigen. Das sind Personen, die eine Behinderung von mindestens 50 Prozent haben, aber grundsätzlich für den Arbeitsmarkt geeignet sind. Wer die Quote nicht erfüllt, muss eine Ausgleichtaxe von bis zu 336 € pro Monat und nicht eingestellter Person zahlen. Fiedler: "Natürlich ist das auch ein wirtschaftlicher Aspekt. Dementsprechend vermehrt engagieren wir uns. Das will ich gar nicht abstreiten." Dennoch hält sie die Taxe für wichtig.

Österreichweit sind rund 34.000 Personen mit Behinderung ohne Job - 2010 waren sie im Durchschnitt 136 Tage als arbeitslos vorgemerkt (Menschen ohne Behinderung 88 Tage). Um ihre Quote zu erfüllen, müsste Brigitte Fiedler 40 Behinderte beschäftigen. "Ich halte die Quote für sinnvoll, aber man sollte Unternehmen auch die Möglichkeit geben, sie umzusetzen." So gab es laut Fiedler lange Zeit kaum Informationen, wie und wo man Menschen mit Behinderung ansprechen kann. "Da tut sich mittlerweile etwas."

Auch die Gesetzesänderung bei Kündigung hält sie für einen wichtigen Schritt. Seit 1. Jänner 2011 ist nunmehr eine Kündigung unabhängig von der Behinderteneigenschaft während der ersten vier Jahre des Dienstverhältnisses nach den allgemeinen Voraussetzungen möglich, also ohne Vorliegen eines besonderen Kündigungsgrundes.

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