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Diversity Management: Gelebte Vielfalt in KMU

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von Sandra Knopp | 20.01.2012 | 00:33

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Diversity Management: Gelebte Vielfalt in KMU

Firmenkultur. Die Chancen liegen in der Vielfalt. Viele KMU haben Diversity Management bereits gelebt, ohne groß darüber zu reden.

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Unicargo-Geschäftsführer Davor Sertic machte Diversity Management, ohne es so zu benennen.

Wien. Ein Großraumbüro im zwölften Wiener Bezirk: Ein junger Mann unterhält sich auf Bosnisch mit einem Frächter. Ihm gegenüber kontrolliert Prokuristin Gabriela Tomasikova Abrechnungen, während ihre kleine Tochter neben ihr spielt. So international wie das Speditionsunternehmen Unitcargo ist auch der kulturelle Mix des Teams, das zur Hälfte aus Frauen besteht. Gesprochen werden 15 Sprachen, etwa Slowakisch, Armenisch und Türkisch; das Unternehmen operiert in 40 Ländern. Für Geschäftsführer Davor Sertic ist die Vielfalt seiner rund 30 Mitarbeiter essenziell, um "gegenüber der internationalen Konkurrenz kompetent auf dem Markt zu agieren". Dazu gehören für den gebürtigen Kroaten etwa die Förderung von Müttern im Betrieb und eine Ideenplattform. Sein Konzept verfolgte Sertic seit der Unternehmensgründung 2004 "aus dem Bauch heraus" und erfuhr erst durch Medienberichte, das es sich um "Diversity-Management" handelt. 2010 gewann er einen "Divers -Citypreis" der Wirtschaftskammer Wien, die seit drei Jahren ein Diversity-Referat führt.

Vor den Vorhang geholt wurde das Thema von Großunternehmen. "Implizit haben es in der Vergangenheit auch viele Klein-und Mittelbetriebe gelebt, nur wurde es noch nicht so offensiv vermarktet", sagt Peter Voithofer von der KMU-Forschung Österreich. Darunter fällt die duale Ausbildung. Niedergeschriebene Konzepte sind im Gegensatz zu Großbetrieben seltener. Unabhängig von der Unternehmensgröße geht es laut Voithofer um die Nutzung verschiedener Talente, so Voithofer.

Voraussetzungen

Unternehmern geht es aber nicht "nur um die bunte Vielfalt", sondern um Ziele - etwa die Erschließung neuer Märkte. "Was kann man tun, wie schnell ist es umsetzbar?", sind die ersten Fragen, die dem auf Diversity spezialisierten Unternehmensberater Norbert Pauser gestellt werden. "Neben interner Bereitschaft braucht es Ziele, Visionen und Messgrößen", betont er. Die Diversity-Kerndimensionen sind Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit/Hautfarbe, Behinderung, sexuelle Orientierung und Religion. Schwer tun sich Unternehmen mit den "unsichtbaren Dimensionen" Religion und sexuelle Orientierung.

Die zur Personalberatung Secretary Search gehörende Business Unit Diversity Search vermittelt Menschen aus unterschiedlichsten Communitys. Mit ihrem mehrsprachigen und altersgemischten neun Personen zählenden Team, zu dem auch Mitarbeiterinnen mit Behinderung oder verschiedener sexueller Orientierung gehören, fühlt sich Geschäftsführerin Elisabeth Weghuber gut aufgestellt, um Kandidaten und Firmen authentisch anzusprechen. Sie erlebt eine größere Offenheit ihrer Kunden und betont die Bedeutung von Sensibilisierung im Betrieb. Bei Unitcargo gehört dazu intensive Kommunikation im offenen Büro. Der Output ist divers. So erlebte Sertic, dass einige Mitarbeiter ihre Muttersprache perfektionierten und ihr Ursprungsland besser kennenlernten - ein Knowhow, das zum Unternehmenserfolg gehört.

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