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Ein Alltagsarchitekt hat Alltagsprobleme

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von Alexandra Rotter | 09.12.2011 | 11:00

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Ein Alltagsarchitekt hat Alltagsprobleme

Architekten sind männlich, tragen Hornbrillen und leben in Dachausbauten – dass diese Klischees wenig mit der Realität zu tun haben, beweist ein neuer Video-Podcast.

Mayr

Manfred Horak und Oliver Schürer wollen mit einem Video-Podcast das Bild des Architekten zurechtrücken

Wie stellen Sie sich jemanden vor, der in der Archi­tekturbranche arbeitet? Vermutlich als Mann? Ein erstes Klischee, das zu widerlegen ist: „Der Frauenanteil in der Architektur nimmt rapide zu. Schon jetzt sind gut 60 Prozent der Studierenden weiblich", sagt Oliver Schürer, Senior Scientist am Institut für Architekturwissenschaften an der Technischen Universität (TU) Wien.

Ab kommendem Montag wird auf iTunesU (die Sparte für Multimediainhalte von Unis und Hochschulen) sowie auf www.kulturwoche.at ein Video-Podcast gestartet, der im Zwei-Wochen-Rhyth­mus jeweils eine Architektin bzw. einen Architekten und deren Arbeitssituation vorstellt. Gestaltet wurden die Beiträge von Studenten, die das Seminar „Berufsfeld Architektur 1.0" bei Schürer an der TU besucht haben.

Weg mit den Mythen

Stararchitekten sind nicht ­unter den Porträtierten - sie sind für die Branche nicht ­repräsentativ. Schürer sagt: „Wir haben keine Berührungsängste mit den Stars, sie haben aber keinerlei Aussagekraft für die Szene." Klischees wie „Architekten sind männlich und leben in Dachausbauten" wollen Schürer und Manfred Horak, Chefredakteur von Kulturwoche, der das Projekt journalistisch begleitet hat, widerlegen. Schürer: „Wir wollen den Schleier dieser Mythen wegbekommen."

Für den Podcast interviewt wurden laut Horak sowohl „alte Hasen, die mit allen Wassern gewaschen sind" als auch junge Architekten. Erster Architekt im Video-Porträt ist Matthias Finkentey, organisatorischer Leiter der IG Architektur. Die jüngste Porträtierte hat drei Monate zuvor ihr Studium abgeschlossen. Auch einige selbstständige Architekten wurden für den Podcast interviewt.

Viele Arbeitsstunden

Ein weiterer Irrglaube über Architektur sei, dass sie viel Geld einbringe. Innerhalb der Kreativwirtschaft haben Architekten laut Schürer, der eine Studie über die Arbeitssituation von Architekten erstellt hat, „absolut gesehen die meisten Arbeitsstunden und das geringste Einkommen".

Die Reihe läuft bis zum Sommer. Ab Herbst wird es neue Video-Porträts geben, dann allerdings über Architekten, die in nicht klassischen Bereichen arbeiten, etwa in der Forschung, der Vermittlung oder im Journalismus.

 

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