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"Ich glaube, ich habe viele männliche Gene in mir"

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von Kathrin Gulnerits | 30.09.2011 | 12:22

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"Ich glaube, ich habe viele männliche Gene in mir"

Widerstand auf dem Karriereweg nach oben hat Top-Managerin Marianne Heiß nicht erlebt - und trotzdem ein Buch über Karrierehindernisse und Grundhaltungen geschrieben.

WB/Foltin

"Es gibt die gläserne Decke", sagt Marianne Heiß, Finanzchefin bei BBDO.

Facts

Buch-Tipp
Yes She Can

Marianne Heiß, Redline, 240 Seiten, 20,60 €

Die Zukunft des Managements ist weiblich, ist Autorin und Top-Managerin Marianne Heiß überzeugt. Sie verrät, wie frau es ganz nach oben schafft - und warum Unternehmen wie auch die gesamte Wirtschaft davon profitieren.

Die Zahlen sind bekannt und sorgten eine Zeit lang für Unruhe in der (von Männern dominierten) Arbeitswelt: Top-Unternehmen wie Daimler (20 Prozent bis 2020), Deutsche Telekom (33 Prozent bis 2015) oder Airbus (30 Prozent bis 2015) wollen mehr oder minder freiwillig für mehr Frauen in den Führungsetagen sorgen. Ganz ohne Quote - und ganz nach dem Geschmack von Marianne Heiß, Österreicherin und European Finance Director bei der Werbeagentur BBDO. "Ich bin kein Fan der verpflichtenden Quote. Aber ich bin dafür, dass die Bonuszahlung eines Managers von der Frauenquote im Unternehmen abhängt. Sonst wird sich nichts ändern", sagte Heiß bei der Präsentation ihres uches "Yes she can" in Wien.

Ökonomische Vernunft

Es ist ein Buch für Frauen, die an die Spitze wollen und es laut Heiß auch ohne Frauenquote schaffen können. Es ist aber auch ein Ratgeber für Unternehmen, sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. "Frauenförderung ist kein Hobby, sondern ökono mische Vernunft", sagt Heiß. Sie weiß: Frauen werden nach wie vor gern in die Mutterrolle gedrängt - Härte und Durchsetzungskraft traut man ihnen nicht zu. Heiß sagt aber auch: "Ich kenne nicht allzu viele Frauen, die bereit wären, sich eine 80-Stunden-Woche anzutun. Auch das muss man akzeptieren." Verantwortung bedeute eben auch Verzicht. "Ich habe gemerkt, dass ich mit dem Druck in einer Managementposition besser klar komme, als fremdbestimmt durch ein Kind zu sein", ist Heiß ffen. Nachsatz: "Ich glaube, ich habe viele männliche Gene in mir. Je größer die Stellenanzeige war, desto eher habe ich mich beworben."

Natürlich kommt die Top-Managerin auch auf die viel zitierte "gläserne Decke" zu sprechen. "Ja, die gibt es - und sie ist dreifach abgesichert." Da gibt es das konservative Lager, das Frauen als "Irritation" grundsätzlich ablehnt. Es gibt die "emanzipierte Grundhaltung", wo man Frauen offen gegenüber steht - bis es an die tatsächliche Umsetzung geht. Und es gibt jene, die sagen, Qualität zählt, aber der Weg nach oben muss ohne Unterbrechung passieren. Heiß selbst hat den Widerstand nie wirklich zu spüren bekommen - außer als es um den letzten Schritt ins Top-Management ging. Ihre Tipps auf dem Weg nach oben: Konkurrenz aushalten können, Kritik nicht persönlich nehmen, Machtstreben entwickeln, lernen mit Neid und Missgunst umzugehen und konservativ-patriarchalische Rituale aushalten können.

"Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen Bescheidenheit und Selbstinszenierung", sagt die 39-Jährige. "Unsicherheit, Selbstzweifel und Angst haben im Top-Management nichts verloren." Auch Heiß betont einmal mehr, dass zur Karriere weit mehr als Fleiß und Leistung zählen. "Es kommen nicht zwangsläufig die Besten, sondern die Risikofreudigen und Selbstbewussten nach oben."

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