
|
Dialog-backdrop Karrieretrends für 2011Neue Jobprofile, einen Dämpfer für Online-Stellenmärkte und eine vermehrte Flucht aus dem Xing-Netzwerk: Das erwarten Karriereexperten vom Jobjahr 2011. Was bringt das Jobjahr 2011? Kommen jetzt die fetten Jahre beim Gehalt, wie manche Experten schon heuer verkündet haben? Führen transparente Gehälter (Stichwort Offenlegung der Gehaltsbandbreiten ab 1000 Mitarbeitern) zu gerechten Gehältern? Hat der IT-Systemadministrator ausgedient und suchen Headhunter künftig verstärkt nach Twitter-Coaches und Social Media-Managern? Die Karriereexpertinnen Svenja Hofert ("Das Karrieremacherbuch", Eichborn) und Judith Novak, Geschäftsführerin der Anova HR-Consulting in Wien, werfen einen Blick in die Glaskugel. Zuerst ein Warnschuss für Schlecht-Performer: Auch wenn es jobmäßig nach dem Krisenjahr in vielen Branchen wieder aufwärts geht: Wer seine Leistung nicht bringt, hat auch 2011 bei den Personalern schlechte Karten. Das zeigt sich laut Judith Novak besonders im Vertrieb. "Unternehmen haben stark ausgesiebt. Die jetzt noch am Markt sind, sind in der 47. Suchschleife." Xing? Nein, danke! Trend 2: Die große Netzwerk-Flucht beginnt. "Du kriegst mich nicht!", denken sich immer mehr Xing-Mitglieder, die in ihren Jobs gut aufgehoben sind und es satt haben, dauernd angeworben zu werden oder Kontaktanfragen von Leuten zu bekommen, die die 5000-Kontakt-Grenze längst überschritten haben. "Der moderne Jobsucher geht lieber ins internationalere Linkedin.com, wo eine Kontaktesammlung in der Xing-Manier unüblich ist", beobachtet Hofert. Ganz so kritisch sieht das Headhunterin Judith Novak nicht. "Ich glaube aber, dass es einen wesentlich professionelleren Umgang mit den Plattformen geben muss." Diese Plattformen wiederum können laut Hofert Trend Nummer 3 beflügeln: Neue Jobprofile à la Twitter-Coach und Social Media-Manager kommen. Ein Vergleich bei kimeta.de zeigte erst unlängst: Knapp 28.000 von 1,2 Millionen Stellenangeboten richteten sich an Experten für Social Media - nur noch rund 2000 an Systemadministratoren. "Da bleibt kein Stein auf dem anderen", ist Hofert überzeugt. Judith Novak sieht das ähnlich: "Das ist nichts mehr, was man nebenbei mitmacht. Es geht um Kommunikation, und da braucht es Experten." Novak glaubt aber auch, dass viele der neuen Jobprofile nur Testballons sind. "Da wird noch viel ausprobiert: Was bringen die Leute mit, die sich auf dieses Jobprofil bewerben?" Auch Trend 4 wird stark von Social Media getrieben. Karriereexpertin Hofert glaubt, dass die Online-Märkte an Einfluss verlieren und Unternehmen stattdessen künftig vermehrt auf das Anwerben über Twitter setzen. "Ich fand Twitter anfangs auch befremdlich", gesteht Hofert. "Aber da twittern mittlerweile jede Menge interessante Jobs vorbei. Auch Privatpersonen suchen hier schon aktiv." Einzig die (noch) magere Quote der Twitter-Account-Inhaber könnte hier noch einen Strich durch die Rechnung machen. Die Guten binden Trend 5 hingegen scheint da einleuchtender - ist aber auch nicht mehr so neu: Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation. Google beispielsweise zeigt laut Hofert, die sich diesbezüglich von den Unternehmen mehr Kreativität erwartet, wo die Reise hingehen kann. 20 Prozent ihrer Arbeitszeit können die Google-Mitarbeiter nämlich für eigene Projekte verwenden. Hofert glaubt aber auch, dass mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit- und Ortsgestaltung kommen wird. "Unternehmen müssen sich mehr Gedanken über die Motivation machen, denn die bleibt oft auf der Strecke." Judith Novak glaubt hingegen nicht, dass es mehr Flexibilität braucht - Möglichkeiten gibt es schon jetzt genug. "Der entscheidende Punkt ist, diese auch zu leben. Wenn es Home-Office gibt, dann darf niemand böse schauen, wenn das auch wirklich genutzt wird." mehr Karriere…
|
Top-Artikel Karriere
Networking-Tipps für introvertierte ManagerBei vielen löst Small Talk oder ein vermeintlich lockerer Umtrunk einen Fluchtimpuls... |
Kommentare… Kommentar hinzufügen…