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Dialog-backdrop Mehr unternehmerischer Erfolg unter weiblicher AufsichtFrauen an der Spitze. Ein neues Buch zeigt auf, warum die Fakten gerade in der Krise eindeutig für mehr Frauen sprechen. FactsBuchtippAufsicht ist weiblich? Gabriele Lehner, Manz, 184 S., 28 €
Führungspositionen in der Wirtschaft sind nach wie vor von Männern dominiert, obwohl die Fakten für mehr Frauen in Aufsichtsräten sprechen. Das Buch zeigt, warum gute Aufsichtsgremien auch weiblich sein müssen und wie sich Vielfalt und Geschlechterdiversität in Aufsichtsräten rechnen. Alice Schwarzer wusste es bereits 2009: Die Männer sind schuld an der Finanz-und Wirtschaftskrise. "Diese Art, virtuell mit den Milliarden und Billionen zu spielen, dass Geld gleich Macht gesetzt wird - das ist etwas Männliches", konstatierte die "Emma"-Chefin und forderte eine 40-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten. "Wie wesentlich eine funktionierende Aufsichtskultur für den ökonomischen Erfolg ist, zeigt sich gerade jetzt", ist heute Personalberaterin Gabriele Lehner überzeugt. "Die Finanzmarkt-und Wirtschaftskrise ist auch eine Krise der Aufsicht." Testosteronkrise Lehner, geschäftsführende Gesellschafterin von Lehner Executive Partners, hat sich auf die Suche nach Aufsichtsräten spezialisiert, und plädiert in ihrem Buch "Aufsicht ist weiblich?" für mehr Frauen in Führungsgremien. "Wenn Aufsichtsräte bloß sich selbst reproduzierende Old-Boys-Networks sind, ist es auf Dauer wenig überraschend, dass Fehlentwicklungen in der Unternehmensführung nicht rechtzeitig thematisiert und Zukunftschancen nicht richtig erkannt werden", konstatiert Lehner. Der Ausweg sei mehr Geschlechterdiversität in allen Führungsgremien. Ein Schluss, zu dem auch Klaus Schwab, seines Zeichens Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos, kommt: "Mehr Frauen müssen in Führungspositionen in Regierungen und Banken, um künftig solche Krisen abzuwehren." Ein frommer Wunsch angesichts der aktuellen Zahlen. Frauen bringen Erfolg Bei den im ATX gelisteten Unternehmen in Österreich lag der Anteil weiblicher Vorstände im März 2011 bei beschämenden 3,9 Prozent. Österreichweit sind nur 8,7 Prozent der Aufsichtsratsmandate von ATX-Unternehmen in Frauenhand. Österreich stellt mit diesen Zahlen aber keine Ausnahme dar. Spitzenreiter im Aufsichtsrätinnen-Ranking ist hingegen Norwegen, das nach der Einführung einer Quotenregelung 2009 nun stolze 42 Prozent Aufsichtsrätinnen stellt. Dabei belegen Studien längst, dass weibliche Vorstände sich stärker als ihre männlichen Kollegen mit Monitoring, Prüfberichten und Risikomanagement beschäftigen. Dadurch garantieren mehr Frauen an der Spitze auch mehr ökonomischen Erfolg. So erwirtschaften US-Firmen mit dem höchsten Frauenanteil im Vorstand verglichen mit jenen mit dem geringsten Frauenanteil eine um 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite und eine um 42 Prozent höhere Umsatzrendite, wie eine Erhebung der Forschungseinrichtung Catalyst zeigt. Mehr als ein Lächeln Zu den wenigen heimischen Aufsichtsrätinnen zählt etwa Viktoria Kickinger (Burgtheater, Volksoper). Sie warnt davor, Männern weiter die Hard Skills und Frauen die Soft Skills zuzuschreiben. "Frauen, die lächeln und allem zustimmen, sind ein Auslaufmodell, ebenso wie Aufsichtsräte, die alles durchnicken", weiß Kickinger. "Gemischte Gruppen bringen auch in Aufsichtsräten am meisten weiter." mehr Karriere…
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