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Mit Selbstreflexion gesund führen

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von Sandra Knopp | 17.02.2012 | 10:54

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Mit Selbstreflexion gesund führen

Das Betriebsklima beeinflusst die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitern. Führungskräfte haben großen Einfluss darauf. Wie gesundes Führen aussieht, erklären zwei Expertinnen.

WB/Mayr

Coach Renate Czeskleba rät Chefs, genau zu schauen, welche Ressourcen Mitarbeiter haben.

Facts

13 Tage Krankenstand
Krankenstandstage sind nur ein Indikator für die Qualität des Betriebsklimas. Aktuellen Zahlen der Statistik Austria zufolge kamen 2010 auf einen Erwerbstätigen 13 Krankenstandstage, was einem Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zu 2009 entspricht. Durchschnittlich lag die Krankenstandsdauer bei Frauen mit 10,6 Tagen leicht unter jener der Männer mit 11,1 Tagen.

Es sind die einfachen Dinge, die ein schlechtes Betriebsklima signalisieren: Wenn Grüße nicht erwidert werden, Fehlerquoten hoch sind und das Gegenüber stets angespannt wirkt. Bei komplexeren Arbeitsabläufen und unter zunehmendem Zeitdruck wirkt solch eine Stimmung belastend auf die Mitarbeiter. Gesundheitliches Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit sind für Unternehmensberaterin Renate Czeskleba untrennbar mit Betriebsklima und Führungsverhalten verbunden.

Führungskräfte haben den größten Einfluss auf das Betriebsklima und müssen differenziert beobachten: "Sie sollten genau hinsehen, welche Ressourcen ihre Mitarbeiter haben, wertschätzen und richtig einsetzen", erklärt die Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitsfähigkeit. Authentizität gehört für sie zum gesunden Führen ebenso dazu wie konstruktives Feedback und gegenseitiges Vertrauen.

Zu der dafür notwendigen Selbstreflexion zählt für "Stresscoach" Brigitte Zadrobilek neben der Körperwahrnehmung auch das Erkennen des eigenen Handlungsspielraums. Oft erlebt sie, dass auf Rahmenbedingungen geachtet wird, die schwer veränderbar sind. Die Mitarbeiter sollten aber das Gefühl haben mit den Vorgesetzten offen darüber reden zu können. Diese haben stets eine Vorbildrolle, denn die Beschäftigten beobachten genau, wie sie mit Stress umgehen.

Konkrete Maßnahmen

Die Unternehmenskultur, zu dem die im Betrieb gelebten Werte zählen, ist laut den beiden Expertinnen das Ergebnis aller. "Von der Reinigungskraft bis zum Chef", sagt Czeskleba. Für ein gesundes Betriebsklima braucht es neben der Unterstützung der Betriebsleitung konkrete Maßnahmen: Etwa Erfolge direkter zu kommunizieren oder Konflikte als Chance zu sehen. Eine sinnvolle Pausengestaltung, viel Humor oder gemeinsame Aktivitäten abseits der Firma können ebenfalls zu einer positiven Stimmung beitragen. Zu einer ausgeglichenen Lebensbalance führen auch Maßnahmen abseits der Arbeit: Sport, Zeit für Hobbys und Familie. Laut Zadrobilek sind es diese kleinen Dinge, die uns erden - und das unabhängig von der Position im Betrieb.

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