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„Mitarbeiter sind keine Packerl, die man bei Amazon bestellt"

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von Evelin Past | 20.10.2011 | 13:57

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„Mitarbeiter sind keine Packerl, die man bei Amazon bestellt"

Um Menschen aus dem Ausland für die Arbeit in Österreich zu gewinnen, ist vor allem die Initiative der Unternehmem gefragt.

APA

Johannes Kopf, Vorstand des AMS Österreich, fordert mehr Engagement seitens der Unternehmen, wenn es um den Mitarbeiterfang im Ausland geht.

Zitiert

Margit Kreuzhuber, Beauftragte für Integration/Migration der WKO

Was die Chancen der Zuwanderung betrifft, muss ein Bewußtseinswandel in der Bevölkerung her

Offene Stellen mit internationalen Kandidaten zu besetzen, ist in österreichischen Unternehmen noch nicht sehr verbreitet. Zu groß sind die Hürden bei der Rekrutierung, zu hoch die Erwartungen der Konzerne. In Hinblick auf den Fachkräftemangel gewinnt das Thema internationales Recruiting jedoch zunehmend an Bedeutung. „In Österreich fehlt noch das Bewusstsein dafür, dass es mit anderen Ländern in einem Wettbewerb um ausländische Arbeitskräfte steht", sagt Johannes Kopf, Vorstand des AMS Österreich, beim Expert Talk zum Thema „Arbeitsmarkt Europa" während der Personal Austria 2011. Er nimmt dabei vor allem die heimischen Betriebe in die Pflicht: „Unternehmen müssen sich mehr anstrengen und internationalen Fachkräften Perspektiven bieten". Positiv sieht er die Arbeitsmarktöffnung für die osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten und die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card. Langwierige bürokratische Prozesse würden dadurch abgebaut werden

Sprachkurse finanzieren

Noch fehlt die Unterstützung der Unternehmen beim Anwerben der Mitarbeiter aus dem Ausland. Statt Sprachdefizite zu bemängeln, könnten Firmen etwa Kurse finanzieren, um die globalen Fachkräfte auf das gewünschte Sprachniveau zu bringen. Dass ein Umdenken in den Unternehmen stattfinden muss, unterstreicht auch Margit Kreuzhuber, Beauftragte für Integration/Migration der WKO. „Es wird immer nur daran gedacht was den internationalen Bewerbern fehlt und leicht vergessen, dass sie schon viele wichtige Kompetenzen mitbringen." Dazu würden zum Beispiel Flexibilität, Mobilität, Sprachkenntnisse, Wissen über ausländische Märkte und internationale Netzwerke zählen.

Wie aber können Unternehmen für internationale Talente attraktiv werden? Der Einsatz macht den Unterschied. Wer schon den Flug zum Vorstellungsgespräch finanziert, Unterstützung bei der Wohnungssuche bietet, Schulen für die Kinder der Bewerber vorschlägt und Perspektiven im Unternehmen anbietet hat große Chancen sich eine Spitzenkraft zu angeln.

HR-Manager muss entscheiden dürfen

Erste Erfolge beim Recruiting von Teilzeitkräften aus Osteuropa erzielte Kurth Babirath, HR-Director bei ISS Facility Service. „Wir haben in rund fünf Monaten 200 Mitarbeiter aus Osteuropa aufgenommen." Die mobilsten sind seiner Erfahrungen zufolge die Ungarn, weniger flexibel sind die Slowaken. Die wichtigste Erkenntnis bei der Personalsuche im Ausland sei, dass der HR-Manager direkt vor Ort entscheiden muss. Trifft dieser nur eine Vorauswahl für die zuständigen Abteilungsleiter in Österreich, verläuft sich die Anwerbung am internationalen Arbeitsmarkt meist im Sand.

Generell klappt das internationale Recruting laut AMS-Chef Kopf derzeit nur im Tourismusbereich und im grenznahen Bereich gut. Vermittlungshindernisse sind neben der Sprache, unterschiedliche Berufsdefinitionen, Anrechnungen von Ausbildungen.

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