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Wenn die Psyche streikt, fällt das Arbeiten schwer

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von Robert Prazak | 13.01.2012 | 11:23

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Wenn die Psyche streikt, fällt das Arbeiten schwer

Studie. Jeder fünfte Arbeitnehmer ist von psychischen Erkrankungen betroffen. Doch was können Unternehmen tun?

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Wenn der Druck im Unternehmen steigt, steigt auch die Gefahr einer psychischen Erkrankung

Facts

Massnahmen
Arbeitgeber sollten beim Konfliktmanagement besser unterstützt werden, fordern die OECD-Experten. Damit könnten "unnötige Entlassungen" wegen psychischer Probleme verhindert werden, heißt es. Die Gesundheitseinrichtungen der einzelnen Staaten wiederum müssten ihren Fokus stärker auf die verhältnismäßig schwächer ausgeprägten Krankheiten legen - das würde die Chancen der betroffenen Menschen am Arbeitsmarkt deutlich erhöhen.

Laut einer aktuellen OECD-Studie leidet bereits jeder fünfte Arbeitnehmer an psychischen Erkrankungen - das hat die Auswertung von Daten aus zehn OECD-Ländern, darunter Österreich, ergeben. Ein Trend, der sich aufgrund des steigenden Erwartungs-und Leistungsdrucks am Arbeitsplatz noch verschärfen dürfte. Die OECD-Studie kommt zu dem Schluss, dass neue Ansätze nötig sind, um psychisch labile Arbeitnehmer zu entlasten - vor allem wegen zweier Aspekte: Erstens ist bereits die Hälfte aller Invaliditätsansprüche durch psychische Krankheiten begründet - daher ist es für die Wirtschaftsund Sozialpolitik eines Landes wichtig, hier anzusetzen. Zweitens bedarf es vermehrter Anstrengungen in Unternehmen selbst, etwa wegen des hohen Produktivitätsverlusts durch psychische Probleme von Arbeitnehmern.

Werden solche Krankheiten nicht erkannt oder nicht entsprechend behandelt, sind die Mitarbeiter nämlich lange im Krankenstand oder können nicht ihre volle Leistung erbringen. Doch einmal aus dem Arbeitsmarkt draußen, finden sie schwer zurück: Laut OECD-Studie sind heute soziale Fähigkeiten und kognitive Kompetenzen wichtiger denn je -genau damit tun sich Arbeitnehmer mit psychischen Erkrankungen aber schwer.

Falsche Ausrichtung

Kritisiert wird in der Studie auch die derzeitige Ausrichtung der Gesundheitssysteme auf schwere psychische Störungen wie Schizophrenie. So würden mehr als zwei Drittel aller Menschen mit sogenannten moderaten Problemen - etwa Depressionen oder Angstzuständen - nicht behandelt. Genau diese Personengruppe steht aber überwiegend im Berufsleben; Nichterkennen oder Nichtbehandeln der Krankheit wirkt sich für sie selbst und fürs Unternehmen gravierend aus. Der Teufelskreis schließt sich damit: Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit können ihrerseits zu verminderter Fähigkeit der Person führen, ihr Leben selbst zu bewältigen.

Was aber können Unternehmen tun? Norman Schmid, Klinischer und Gesundheitspsychologe in St. Pölten: "Das Bewusstsein für die Problematik ist da, doch bei den Maßnahmen hapert es." So werden zwar verhaltensorientierte Maßnahmen (jene, die die Person selbst betreffen) initiiert, doch bei den weitaus wichtigeren verhältnisorientierten Maßnahmen - also das Umfeld betreffend - wird meist nur zögerlich vorgegangen. Dabei wären gerade ein "gesundes" Arbeitsklima und richtiges Führungsverhalten essenziell. "So bleibt es dann leider oft beim gesunden Apfel oder beim Entspannungstraining", sagt Schmid.

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2 Kommentare

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