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Werte als Eckpfeiler: „Es kommt darauf an, wie sie gelebt werden“

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von Robert Prazak | 09.12.2011 | 10:56

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Werte als Eckpfeiler: „Es kommt darauf an, wie sie gelebt werden“

Werte sind zum Verkaufsschlager ­geworden, vor allem wenn es um Führung von Mitarbeitern geht. Wie denkt jemand ­darüber, für den Ethik eine Prinzipsache ist?

Mayr

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien wird die Unternehmensvision in die Praxis umgesetzt

Ethik. Verantwortung. Nächstenliebe. Etwas „Gutes" tun. Empathie beweisen. Das sind oft nur leere Hülsen, wenn es um die Führung eines Unternehmens oder den Umgang mit Kunden bzw. Mitarbeitern geht. Für Adolf Inzinger aber sind diese Vorgaben nicht nur schöne Worte, sondern Voraussetzung: Er ist Gesamtleiter der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder (siehe Kasten).

Ohne Krankenschein

Inzinger ist somit als weltlicher Leiter für die rund 30 Standorte des Ordens in Österreich (unter anderem die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder im zweiten Wiener Bezirk und in Linz), für 6000 Mitarbeiter und ­einen Jahresumsatz von rund 400 Millionen € verantwortlich. „Wir wollen Leuten helfen, die am Rande der Gesellschaft stehen", erläutert Inzinger das Leitbild. So werden im Krankenhaus in Wien jährlich rund 140.000 Menschen ohne E-Card behandelt.

Legt Inzinger seine Rolle als Unternehmenslenker deshalb anders aus? Klar ist: Auch er muss sich an wirtschaftlichen Richtlinien orientieren. Er sagt aber: „Leitende Mitarbeiter müssen die Werte des Ordens berücksichtigen, auch gegenüber ihren Mitarbeitern." Man müsse den Mitarbeitern schließlich vermitteln, was das Anliegen, was die gemeinsame Idee ist. „Es darf einfach niemals nur ein Job sein."

Religiös, nicht frömmlerisch

Religion sei zwar in diesem Zusammenhang „ein Eckpfeiler" der täglichen Arbeit, aber „wir haben Mitarbeiter aller Religionen bei uns", erläutert Inzinger. Nachsatz: „Denn wir sind zwar religiös, aber keineswegs frömmlerisch."

Die Wertediskussion gibt es überall in der Wirtschaft - wie sieht Inzinger das? „Der gute Wille ist da sicher meist vorhanden. Es kommt aber darauf an, ob und wie das gelebt wird." Bei seinem Orden ­seien Werte wie Hospitalität (das Fundament des Ordens und gleichzusetzen mit Gastfreundschaft, Menschlichkeit, Zuwendung) Grundlage für jedes Tun. Deshalb würden Mitarbeiter auch speziell in diese Richtung geschult.

Wird aber dadurch das Führen nicht doppelt schwierig? Inzinger: „Natürlich gibt es auch bei uns Kündigungen." Es wäre ja auch unfair gegenüber anderen Mitarbeitern, jemanden an Bord zu behalten, der sich daneben benimm; Vorgesetzte müssten auch erkennen, ob der jeweilige Mitarbeiter „zu uns passt". Insofern schließe sich modernes Personalmanagement und Führen nach traditionellen Werten nicht aus. „Wir wollen einfach Mitarbeiter, die mehr tun als sie laut Dienstvertrag tun müssten", sagt Inzinger. Dazu gehört im Gegenzug aber auch, dass die Mitarbeiter auch absseits der Ordenswerte geschult werden - etwa in Sachen Burnout-Prävention.

 

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