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Wie Manager stilsicher durch eine Ballnacht tanzen

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von Evelin Past | 23.01.2012 | 16:38

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Wie Manager stilsicher durch eine Ballnacht tanzen

Ballsaison. Die Wiener Bälle locken Manager und Unternehmer aufs Tanzparkett. Damit die rauschenden Abende nicht zum Job-Kater führen, ist gute Vorbereitung gefragt.

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Alles Walzer! Seit Neujahr dreht sich die allerbeste Gesellschaft wieder im Kreis der Walzerklänge.

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Magazin für Ballkultur

Termine und Dresscodes im Überblick

Facts

Walzer-Tanzen für Anfänger
Der Herr öffnet seine nach links ausgestreckte Hand. Die Partnerin legt ihre Hand locker hinein und ihre linke Hand locker auf den Oberarm oder auf die Schulter (je nach Größe). Der Herr legt seine Hand auf die, von ihm aus gesehen rechte Taille der Tanzpartnerin. Die Bewegungen kommen aus den Beinen und nicht aus dem Oberkörper.

Schrittfolge für den Herrn beim Wiener Walzer:

1. Rechts zur Seite
2. Links pendelt heran ohne Gewicht
3. Links zur Seite
4. Rechts pendelt heran ohne Gewicht

Schrittfolge für die Dame beim Wiener Walzer:

1. Links zur Seite
2. Rechts pendelt heran ohne Gewicht
3. Rechts zur Seite
4. Links pendelt heran ohne Gewicht

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Tanzkurs

Facts

Wirtschaftsfaktor Ballsaison
In Wien wird auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten das Tanzbein geschwungen und dabei viel Geld ausgegeben: Auf den 450 Bällen in der Bundeshauptstadt werden in der laufenden Saison rund 475.000 Menschen erwartet.

Insgesamt wird von der Wirtschaftskammer Wien ein Gesamtumsatz von rund 80 Millionen Euro erwartet - nach 73 Millionen Euro in der vorigen Saison.

Wien. CEOs und Führungskräfte in Frack, Smoking, oder in langen Abendroben: Manager nutzen die Ballsaison zum Netzwerken. Alleine in Wien stehen in den nächsten Wochen mehr als 450 Veranstaltungen zur Auswahl. Die Vorbereitung für eine erfolgreiche Ballnacht sollten aber schon Monate vor dem Event beginnen. Und zwar mit einem Tanzkurs.

„Je länger man vor dem Ball Zeit hat, desto besser. Tanzen lernen geht nicht von heute auf morgen", rät Benimm-Experte und Tanzschulenleiter Thomas Schäfer-Elmayer. Für Kurzentschlossene hat er 3-wöchige „Ballblitzkurse" im Angebot. Wer selbst dafür zu wenig Zeit hat, kann immer noch auf Privatstunden greifen. Kostenpunkt: 58 Euro für das Tanzpaar pro Stunde. Für einen 5er Block verrecht Schäfer-Elmayer 260 Euro.

Dresscode

Nicht minder wichtig für die Karriere im 3/4-Takt ist die passende Kleidung. Sich an den Dresscode zu halten ist eine Frage der Höflichkeit gegenüber dem Gastgeber. Bei einem Ball heißt das für die Herrn im Klartext: Smoking, mit weißen Hemd und schwarzer Masche, dazu glatte Lederschuhe oder Lackschuhe.

Der Griff zum Frack könnte zum Verhängnis werden. „Man sollte nie besser gekleidet sein als der Vorgesetzte. Mit dem Smoking sind Manager auf der sicheren Seite", sagt Schäfer-Elmayer. Wer trotz Einheitskleidung vor hat aus der Menge herauszustechen, sei von der höchsten Instanz in Fragen des guten Benehmens gewarnt: „Phantasievolle Drapierungen" sind bei einer geschäftlichen Einladung nicht angebracht.

„Schlicht ist elegant"

Komplizierter wird das Thema Garderobe bei den Damen, denn das Spektrum an Abendroben ist schier unendlich. Bei Farbe, Schnitt, Stoff und Stil haben Geschäftsfrauen freie Hand, Hauptsache das Abendkleid ist bodenlang und von hoher Qualität. Bleibt noch die heiß diskutierte Frage rund ums Dekolleté. Elmayr rät zur schlichten Variante: „Wer aus beruflichen Gründen einen Ball besucht, sollte sich beim Dekolleté zurückhalten." Zu tiefe Einsichten würden nur von der Sachlichkeit ablenken. Ebenfalls wichtig sind Strümpfe - die laut Schäfer-Elmayer bei einem Ball immer getragen werden sollten - und vorne geschlossene Schuhe.

Elegante Stolen, Boleros, Abendhandschuhe, stilvoller Schmuck und eine Abendhandtasche runden den perfekten Look ab. Aber Vorsicht: Für Experten bleibt weniger immer noch mehr. Eleganz heißt für den italienische Modedesigner Giorgio Armani nicht ins Auge zu fallen, sondern im Gedächtnis zu bleiben. „Schlicht ist elegant", meint auch Schäfer-Elmayer.

Taktgefühl beweisen

Um für Wiens glatte Tanzparkette gerüstet zu sein, darf die richtige Etikette nicht fehlen. Erstens: Pünktlichkeit. Nicht nur zum Vorstellungsgespräch sondern auch zu einer formellen Abendveranstaltung sollte man nicht hetzen. Zweitens: Die Tischmanieren müssen ins Gedächnis zurückgerufen werden. Aufrecht sitzen, das Glas am Stiel Halten, das Besteck in der richtigen Reihenfolge verwenden. Und - auch wenn es banal klingt - keinesfalls mit vollem Mund sprechen.

Drittens: Das Gesprächsthema. Business ist auf einem Ball Nebensache. Wer also versucht offene Vertragsklauseln zu klären, endlich ein Geschäft abzuschließen oder womöglich für einen neuen Job anzuheuern, ist im Ballsaal fehl am Platz.

Vielmehr geht es darum Kontakte zu pflegen und sich gut zu unterhalten. Übrigens ist es Pflicht jede Dame am Tisch zu einem Tanz aufzufordern. Das intensive Training im Vorfeld zahlt sich also auf jeden Fall aus.

Ballsaison 2011/2012

Weil in den nächsten Wochen der Dreivierteltakt den gesellschaftlichen Rhythmus bestimmt, muss die Ballsaison gut geplant sein: Zu Beginn gibt es schon einmal schlechte Nachrichten, denn der heimliche Höhepunkt der Saison - der Philharmonikerball ist schon vorbei. Er wurde am 19. Jänner folgt im Wiener Musikverein gefeiert.

Dafür tanzen am 28. Jänner die Ärzte in der Wiener Hofburg. Am 30. Jänner lädt der Verein "Grünes Kreuz" zum zünftigen Jägerball. Am 10. Februar steht der nächste Pflichttermin auf dem Programm: Der Kaffeesiederball in der Hofburg. Die Besucher des Opernballes müssen sich heuer warm anziehen. Nach dem frühlingshaften Märztermin im vergangenem Jahr findet der „Ball der Bälle" heuer am 16. Februar statt. Das süße Finale einen Tag später: Im Konzertsaal lockt der Bonbonball.

UNESCO Kulturerbe

Der Ursprung der Wiener Bälle geht im Übrigen weit in die Vergangenheit zurück. Die Balltradition erreichte zur Zeit des Wiener Kongress 1814/15 ihren Höhepunkt. Durch die Verbreitung des Wiener Walzers wurde sie im Laufe der Jahre einem noch breiteren Publikum in der ganzen Welt bekannt gemacht. Aus diesem Grund ernannte die UNESCO im Jahr 2010 die Wiener Ball Tradition zum immateriellen Kulturerbe.

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