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Wirtschaftsprüfer sehen Risiko, dass Nachwuchs weniger Interesse zeigt

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von Alexandra Rotter | 13.01.2012 | 00:34

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Wirtschaftsprüfer sehen Risiko, dass Nachwuchs weniger Interesse zeigt

Wirtschaftsprüfer. Prüfen statt beraten wird es, laut den Plänen der EU-Kommission, für Wirtschaftsprüfer wohl bald heißen

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Berufsgruppenobmann Aslan Milla hält von der "Regulierungsflut gar nichts"

Werden die Pläne der EU-Kommission so umgesetzt wie Ende November angekündigt, könnte die Branche ein Nachwuchsproblem bekommen. Das ist eine der Konsequenzen, die Aslan Milla, Berufsgruppenobmann der Wirtschaftsprüfer in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder (KWT), befürchtet. Eine der geplanten Änderungen betrifft Beratungsleistungen: Anbieter von Wirtschaftsprüfungen müssten sich künftig auf ihre Prüfungsleistung konzentrieren - Beratung müssten Kunden bei anderen Anbietern suchen. Als Konsequenz rechnet die Branche damit, dass besonders große Anbieter wie KPMG oder PricewaterhouseCoopers ihre Beratungsleistungen abspalten. Kleinere und mittlere Unternehmen könnten dagegen ganz auf Beratung umsatteln. So könnte der Markt der Wirtschaftsprüfer kleiner und konzentrierter werden. Für problematisch halten Branchenvertreter das auch in Verbindung mit einer anderen Änderung: So wären Kunden künftig verpflichtet, den Wirtschaftsprüfer nach spätestens sechs Jahren zu wechseln.

Vertrauen erschüttert

Laut Michel Barnier, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, sind Änderungen aufgrund eines Vertrauensverlusts nötig: "Die Krise hat das Vertrauen der Verbraucher in Abschlussprüfungen erschüttert, und ich denke, dass der Sektor Änderungen braucht." Berufsgruppenobmann Milla glaubt nicht, dass das Vertrauen in Abschlussprüfungen erschüttert wurde, sondern: "Wir haben eine umfassende Corporate Governance-Krise." Die Prüfer stünden lediglich am Ende der Kette. Davor gebe es einiges zu hinterfragen, etwa bestimmte Geschäftsmodelle oder ob Berichte richtig und vollständig gelegt würden.

Obwohl Milla einige Punkte begrüßt (z. B. Verstärkung der Unabhängigkeit von Prüfern), fällt sein Resümee vernichtend aus: Das Resultat sei "the worst of all", von der "Regulierungsflut" hält er "gar nichts". Ein Nachwuchsproblem befürchtet Milla aufgrund der dann weniger facettenreichen Tätigkeit: So sei der Beruf Wirtschaftsprüfer für Junge interessant, weil durch die Beratung viele Kompetenzen nötig seien, etwa in den Bereichen Recht, Steuern und Betriebswirtschaft.

Aufgrund des Widerstands in der Branche rechnet Milla nicht mit einer Lösung in den nächsten Monaten: "Es wird noch knirschen im Gebälk."

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