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Prölls Männer wählen neuen Funkanschluss

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von Thomas Jäkle | 27.10.2009 | 18:22

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Prölls Männer wählen neuen Funkanschluss

Niederösterreich: Ein Millionenauftrag wartet auf einen Handynetzbetreiber. Das Amt der niederösterreichischen Landesregierung hat drei von vier Netzbetreibern Österreichs eingeladen, ein Angebot über einen längerfristigen Vertrag zu legen.

APA

Durch den Handymastenstreit wurde die Bevölkerung sensibilisiert. Manche Ecken des Landes sind im Funkloch

Facts

Frieden und Funklöcher nach Streit
Im Oktober 2005 hatte sich Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll mit den Mobilfunk­anbietern noch heftig zerstritten. Im Zuge des UMTS-Ausbaus kam es zum „Handymastenstreit“, der europaweit Aufsehen erregt hatte. Pröll ließ es auf eine Machtprobe ankommen. Um den „Wildwuchs“ von Handymasten zu vermeiden, drohte Pröll den Netzbetreibern mit
einer „Handymasten­steuer“. Die Netzbetreiber hatten an etlichen Standorten gleichzeitig eigene Sendeanlagen errichtet – mit Zustimmung lokaler Behörden und konform mit den Vorgaben von Österreichs Telekomregulator. In einem sogenannten „Mobilfunkpakt Niederösterreich“ sind die Beteiligten zurückgerudert. Die Kombattanten hatten sich auf einen Rückbau und gemein­same Nutzung von Mast­anlagen geeinigt.

Mit dem Handymastenstreit dürfte der Landeshauptmann die Massen unabsichtlich sensibilisiert haben. Seither gibt es beim Landesheim in Perchtoldsdorf massive Funkstörungen. Anrainer haben sich gegen einen Netz­ausbau gesträubt. T-Mobile hat die Funkversorgung in Absprache mit NÖ Umweltanwaltschaft und der Landesamtsdirektion so gelöst, dass mobile Sendeanlagen aufgestellt wurden, die statt fix installierter Sendeanlagen das Funkloch stopfen.

St. Pölten/Wien. Das Land Niederösterreich ist auf der Suche nach einem Handy­netzbetreiber für seine Bediensteten - an vorderster Stelle für Landeshauptmann Erwin Pröll. Es geht um einen Mobilfunkvertrag mit insgesamt 4900 höherwertigen Businesshandys, mit denen Nutzer auch E-Mails empfangen und im Internet surfen können. Der bisherige Provider T-Mobile Austria sowie Mobilkom Austria und Orange wurden eingeladen, ein Angebot zu legen. „3" wurde zu dem Verfahren nicht eingeladen, wie dem WirtschaftsBlatt bestätigt wurde.

Gratis oder Millionen
Der Auftrag sei auch nicht ausgeschrieben worden, heißt es bei „3". „In einem zweistufigen Verfahren soll der Bestbieter ermittelt werden", erklärt Günter Hochfelsner, IT-Projektchef im Amt der niederösterreichischen Landesregierung bei der Präsenta­tion des neuen Festnetz-Kommunikationssystems der Landesbehörde dem WirtschaftsBlatt. Über das Volumen wollte Hochfelsner ­keine Angaben machen. Die derzeit 4900 Handys werden aber komplett ausgetauscht.
Bei einem Stückpreis von 210 € pro Handy würden sich die Kosten von 4900 neuen Handys auf 1,03 Million € belaufen. Die Gebühren für In- und Auslandsgespräche (Roaming), SMS, Kosten für den Austausch defekter Geräte sowie Service und Wartung sind dabei noch nicht inkludiert. Der Zuschlag soll im Dezember 2009 erfolgen. Ob bereits ein Provider aus dem Rennen ausgeschieden wurde, wollte Hochfelsner nicht sagen.

Orange ist aufgestellt
Wenig auskunftsfreudig zur Ausschreibung sind derzeit die Mobilfunkbetreiber. T-Mobile ist der bisherige Provider und gibt keinen Kommentar zum Verfahren ab. Bei Orange heißt es zum Vergabeverfahren nur kurz: „Dazu können wir leider nichts sagen." Mobilkom Austria hat lediglich bestätigt, ein Angebot gelegt zu haben.

Einen Anker hat Orange-Chef Michael Krammer in Niederösterreich bereits geworfen. Die Dependance in Wiener Neustadt hatte Krammer gemeinsam mit NÖ-VP-Klubobmann Klaus Schneeberger Ende August 2009 als eine Art Kompetenzzentrum mit dem Titel „Orange Future Town" erkoren. Orange will in Niederösterreich seine Tests für die UMTS-Nachfolgetechnologien durchführen. Krammer, Absolvent der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, pflegt traditionell gute Kontakte zur ­ansässigen Prominenz und den Honoratioren.

 

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