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Investieren in Moskau ist wie russisches Roulette

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von Andre Exner | 23.09.2008 | 16:47

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Investieren in Moskau ist wie russisches Roulette

Die jahrelange Rally in Moskau ist vorbei, die Abhängigkeit von Öl und Gas macht Moskau zum Spielball der weltweiten Konjunktursorgen, warnt die Schoellerbank.

bloomberg

Schwergewicht Gazprom zeigt das Problem der Börse Moskau: Der Markt hängt zu sehr von Kapriolen des Ölpreises ab

„Die fetten Jahre sind vorbei“, faßt Schoellerbank-Fondsmanager Alexander Adrian seine Prognose für die Börse Moskau zusammen: Nachdem der Index seit Jahren nur die Richtung nach oben kannte, spielen Anleger jetzt russisches Roulette, meint Adrian. „Das Schicksal des russischen Marktes ist auf Gedeih und Verderb von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Sollte sich die globale Konjunktur weiter eintrübern, dürfte auch die Nachfrage nach Öl immer stärker sinken, was den Moskauer Index noch weiter nach unten ziehen könnte. Während hier zu Lande der fallende Ölpreis die Gemüter besänftigt, kämpfen russische Unternehmen um ihre Margen.“

Öl- und Rohstoffaktien stellen zusammen 71,5 Prozent im Moskauer Börseindex. „Mit MTS und Rostelecom gibt es lediglich zwei Unternehmen, die abseits der angeschlagenen Rohstoff- und Finanzbranchen tätig sind“, warnt Adrian. „Der RTX ist ein mahnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn man beim Investmen einseitig agiert.“

Gestern baute Moskau seine Verluste vom Wochenbeginn weiter aus. Energiekonzerne Transneft, Surgut, Novatek und Lukoil sowie Metallproduzent Norilsk Nickel gaben zwischen fünf und zehn Prozent ab. Auch dass nach Premier Putin und Präsident Medwedew diesmal der Oligarch – und Ex-KGB-Offizier – Alexander Lebedjew von Unterbewertung und historisch günstigen Einstiegskursen sprach, half nicht.

Die anderen Ostbörsen traten geschlossen den Weg nach unten an. Im CECE waren neben Rohstofftiteln wie KGHM und MOL vor allem Banken von Zachodni bis PKO angeschlagen. OTP verlor zudem, nachdem Chef Sándor Csányi an einer undurchsichtigen Abhöraffäre um Politiker der Regierungs- und Oppositionsparteien beteiligt ist.

In Slowenien will die Nova Kreditna Banka Maribor für ihre SEE-Expansion 111 Millionen € Kapital von der Börse holen. Eine Idee, die im aktuellen Umfeld wenig Anklang findet. Das Papier der Bank verlor rund zehn Prozent.

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