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Fallende Kurse werden in Osteuropa zum Politikum

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von Andre Exner | 20.02.2009 | 16:59

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Fallende Kurse werden in Osteuropa zum Politikum

Die Verluste der Ostbörsen jagen einem Angst und Schrecken ein. Das fühlen nicht nur die Anleger und die Unternehmer, sondern auch die Politiker der Region.

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Der BUX-Börseindex fällt unter 10.000 Zähler, Ungarns Premier Ferenc Gyurcsány will daher jetzt das Shorten verbieten

Wenn sie schon die Banken verstaatlichen, warum nicht gleich die Börsekurse gesetzlich festlegen? Auch in Osteuropa werden die Rettungsversuche der Politik immer mehr zum Bärendienst. Ungarns Premier Ferenc Gyurcsány will jetzt das Shorten verbieten, nachdem der BUX-Index am Freitag angeführt von  den Russland-Opfern Egis und Richter untertags unter 10.000 Punkte einbrach. Wie sehr das hilft, sehen wir ja in Wien: Seit das Shorten – übrigens kein Teufelszeug sondern die Voraussetzung für einen funktionierenden Kapitalmarkt, da institutionelle Anleger ihre Long-Positionen mit Shorts absichern – verboten ist, gab es in Wien bekanntlich keinen einzigen Tag mit Verlusten mehr, der ATX eilt von einem Hoch zum nächsten.

Ein Witz? Noch witziger ist die Bankenhilfe in Kasachstan. Das Land steckt 18,3 Milliarden Dollar in das Bankenwesen. Die größten Nutznießer: Nurbank und Halyk Bank, beide kontrolliert von Familienmitgliedern von Präsident Nursultan Nasarbajew. Die Aktion wird vom „Samruk-Kazyna National Welfare Fund“ überwacht, Chef dort und CEO bei Halyk in Personalunion ist der Schwiegersohn Nasarbajews. Dass die risikoscheuen Anleger nicht nur Banken sondern auch Kazakhgold und Kazakhmys aus dem Depot schmeißen, ist  daher kein Wunder.

In Moskau betätigte sich Premier Wladimir Putin zuletzt vermehrt als Analyst und versprach steigende Kurse ab der zweiten Jahreshälfte. Es nützt nichts: Moskau verlor heuer rund 20 Prozent, am Freitag ging es angeführt von Severstal, Sberbank und NorNickel nach unten.

Auch polnischen Titeln ging es an den Kragen. TVN meldete für das vierte Quartal einen Gewinnrückgang um 35 Prozent und erwartet am Werbemarkt „null Wachstum“ für heuer. Bioton hat kein Glück mit einem neuen Medikament, das in der EU nicht zugelassen wurde. Aber Politiker wissen ja: Schuld an Kursverlusten sind nicht die Fakten sondern die Spekulanten – „kleine Spekulanten“, wie Kleinanleger früher genannt wurden.

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1 Kommentar

Blöder Kommentar...

Leerverkaufen ist nicht das Übel, aber ungedeckte Leerverkäufe sind der Betrug! Und die gehören sehr wohl verboten!
Denn nirgendwo - außer an der Börse - darf man verkaufen, was einem nicht gehört.

Von Gast: Gast: schwarzepest am 21.02.2009 um 20:50

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