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Leitartikel: Österreich ist und bleibt eine Bananenrepublik

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von Robert Gillinger | 01.04.2009 | 15:57

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Leitartikel: Österreich ist und bleibt eine Bananenrepublik

Schlussendlich geben sich die Banken wohl gegenseitig Kredite (die dann der Wirtschaft fehlen), um sich wechselseitig zu stützen.

WB/Peroutka

Zitiert

Robert Gillinger

Der Baustellen gibt es genug – aber auch die richtigen Bauarbeiter?

Jetzt haben wir sie wieder – die Diskussion um die Vermögens(zuwachs)steuer. Zuerst konnte sich Böhler-Chef Claus Raidl dafür erwärmen, gestern Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Dieser hatte auch gleich passende Daten zur Hand: Österreichs Arbeitslosigkeit ist im März auf 7,5 Prozent nach oben geschnellt, 5,8 waren es im Vorjahreszeitraum. Noch schrecklicher klingen die Zahlen, wenn jene Arbeitswilligen eingerechnet werden, die in Schulungen geparkt sind und deshalb in der offiziellen Statistik nicht aufscheinen – dann wären es 9,2 Prozent.

Gilt nicht die Stabilisierung der Finanzmärkte als Voraussetzung, um der Rezession Herr zu werden? Muss da mit einer sinnlosen Vermögenssteuer-Debatte weitere Verunsicherung in die Märkte gebracht werden? Sinnlos, denn wo gibt es derzeit denn einen Vermögenszuwachs! Aber vielleicht ist der Ansatz ja viel sozialer als gedacht, und es kommt im Fall der Fälle auch zur Vermögensverlustrückerstattungs­steuer. Ein Hoffnungsschimmer für die Arbeitslosen wäre, die Lohnnebenkosten zu senken – und nur das. Warum das in Österreich nicht möglich ist, ist mir ein Rätsel.

Toll auch, was sich in Sachen Bankenhilfspaket bei uns tut. Da übernimmt die Vienna Insurance Group von der Erste Group PS-Kapital über 250 Millionen €, die sie sich von der Erste mittels Zeich­nung einer eigenen Anleihe finanzieren lässt. Wird da wirklich systemisches Risiko verringert? Schlussendlich geben sich wohl Volksbank, Erste, Raiffeisen – und wer auch immer noch um Hilfe ansuchen wird – gegenseitig Kredite (die dann der Wirtschaft fehlen), um sich wechselseitig zu stützen. Ausgerechnet dieser Teufelskreis aus Abhängigkeiten innerhalb der Finanzbranche führte aber zum aktuellen Kollaps der Märkte.

Interessant auch, was derzeit rund um die Rettung der AUA passiert. Österreichs Politik wiegt sich in Sicherheit – die Lufthansa steht ja vor der Tür. Doch was, wenn der Deal doch nicht zu Stande kommt? Von einer entsprechenden Break up-Fee habe ich zumindest noch nichts gehört. Jedenfalls verwirren mich in diesem Zusammenhang zuletzt getätigte Analysten-Aussagen: Sal. Oppenheim gibt dem Carrier ein Kursziel von 3,5 €, 2,05 € sind es bei Goldman Sachs und aus der Ersten gibt es überhaupt nur ein „Verkaufen“. Wie all das – wenn die Analysten damit rechnen würden, dass das Übernahmeangebot von 4,49 € durchgeht? Hier droht der Republik die nächste Baustelle. Ob wir gar die falschen Bauarbeiter zum Wegräumen des Schutts eingesetzt haben? Aber dann wären wir ja wirklich eine Bananenrepublik.

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14 Kommentare

vermögen ...

grundsätzlich hat vermögen den sinn, um in schlechteren zeiten nicht gleich "abzusaufen". wenn ein sozialminister die bildung von vermögen besteuern will, legt er willkürlich den grundstein zur "armut". ich hoffe das ist diesem herrn bewußt!
mit der steuerprogression ist es ähnlich, je steiler diese ist, desto schwieriger ist in wahrheit die flucht aus der "armut".
aber arme kann man leichter als wähler einfangen, dass dürfte der langfristige hintergedanke dazu sein.

Von Gast: Gast: hw am 04.04.2009 um 21:01

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Richtig!

Genau die hier angesprochene Problematik zwischen VIG und ERSTE habe ich in dem anderen Posting gemeint, Manni! Das mit dem PS-Kapital und der Bonusdividende, das sieht schon verdammt wie eine Banane aus...

Von Gast: Gast: Dr. Alexander Barti am 02.04.2009 um 10:00

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Re: BIP Slowenien

Das WKO geht tatsächlich noch von einem BIP 2008e von weit über 4% aus... wann gibt's endlich offizielle Zahlen? Ich bin schon heiß auf zwei kühle Flaschen! ;-)

Von Gast: Gast: Manni am 02.04.2009 um 10:16

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Re: Re: Q-4 fett im Minus,

... sagt meine (inoffizielle) Quelle; die vier Prozent und zwei Flaschen können Sie sich abschminken! Eine könnte aber knapp drin sein :-( ...

Von Gast: Gast: Dr. B. am 02.04.2009 um 14:05

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Re: Re: Re: Q4 ist nur 1/4 von 4/4

Also selbst wenn es ein fettes minus war, denke ich, wirds bei über +2% bleiben.
Und bei der Auswahl der Bulle vergessen Sie bitte nicht: Ich stehe auf angemessene Qualität. Das bedeutet in diesem Fall hohe Qualität. Und dass Sie die Wette bereits verloren haben wissen wir ja beide! ;-)
lg Manni

Von Gast: Gast: Manni am 02.04.2009 um 14:34

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De-facto Verbot Aktien zu kaufen

Wenn Vermögenszuwachs besteuert wird aber Vermögensverluste nicht absetzbar sind (a la KESt), dann ist das ein de-facto Verbot schwankende Vermögenswerte (z.B. Aktien) zu kaufen.

Von Gast: Gast: Gast am 02.04.2009 um 09:14

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Re: Vermögens(zuwachs)steuer

Eine Schnapsidee unseres Sozial-Ministers (weiß ja eh jeder aus welchem Lager er kommt).
Schauplatz Casino: Ich setzt 100 € auf rot. Die Kugel bleibt auf schwarz liegen. = 100€ Verlust.
Bleibt die Kugel allerdings tatsächlich auch rot liegen habe ich 75€ Gewinn. Kann sich das jemand vorstellen bzw. würde dieses Spiel jemand spielen? Nein. Selbiges an der Börse. Diese Steuer schadet der österr. Wirtschaft lieber Minister - Neue Aktienemmissionen werden nicht mehr gezeichnet! Aber durch die Erträge aus dieser Steuer können Sie eh den Arbeitslosen wegen dieser Steuer einen AMS-Kurs finanzieren. Fazit: Alles gut!?

Von Gast: Gast: Manni am 02.04.2009 um 09:26

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jede menge weiterer probleme

vergessen sie bitte nicht ASFINAG, OEBB (huber), ORF (pansionen, bonus, gagen), Krankenkassen, OEIAG um nur ein paar wenige zu nennen. wollen wir die schoen reden oder gesundschweigen. mfg

Von Gast: Gast: peperl am 02.04.2009 um 08:21

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Re: SPÖ

Für welchen Anteil dieser Probleme ist eigentlich die SPÖ verantwortlich? Ich denke zu mehr als 80% um mit ASFINAG, ÖBB, ORF, Krankenkassen und dazumals BAWAG nur einige zu nennen. Noch vorher hat's einen Franizky gegeben, der noch jetzt dafür verantwortlich ist, dass der Staat jedes Jahr ein paar Mrd. € an Zinsen zurückzahlen muss...
Für mich unverständlich wie sich trotz dessen, alle 6 Jahre so viele rote finden die das unterstützen. Als wirtschaftskompetente Partei kann man diese ja auch nicht bezeichnen.
Der Spruch "geht's der Witschaft gut - geht's uns allen gut" kommt eben doch nicht von ungefähr... aber bald wird's uns allen ein bisschen schlechter gehen, wenn's nicht eh bei vielen schon so ist... naja die Zeiten wo Schüssel und Grasser (=Wirtschaftsboom) reagiert haben sind halt vorbei... :-(

Von Gast: Gast: Manni (JVP OÖ) am 02.04.2009 um 09:00

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Re: Re: Korrektur

Es war natürlich nicht Vranitzky, sondern Bruno Kreisky der unsere Staatsverschuldung von damals 15% des BIPs auf über 45% brachte. (Maastricht-Grenze 60%)

Von Gast: Gast: Manni am 02.04.2009 um 11:01

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...Bananenrepublik....

Alle inhaltlichen Fragen, die im Artikel gestellt werden, kann man mit Fug und Recht formulieren. Nicht akzeptabel hingegen ist die Feststellung in der Überschirft. Österreich ist weder im realen Sinne eine "Bananenrepublik", da sie diese Südfrüchte nicht produziert, noch im übertragenen Sinne, nämlich damit unterstellend, dass Österreich kein Rechtsstaat sei. Derartige Reisser headlines sollten der yellow press vorbehalten sein und stehen einer Wirtschaftszeitung nicht gut zu Gesicht.

Von Gast: Gast: gründer am 01.04.2009 um 16:35

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Re: Re: .... Bananenrepublik ...

österreich hat zwar ein rechtssystem, nur dadurch kann man noch lange nicht behaupten, dass es ein rechtsstaat ist.
man kann sich freikaufen, reihenweise "verschwinden" unterlagen und tauchen dann doch plötzlich wieder auf, subventionspolitik und förderungspolitik nach undurchsichtigen bedingungen (viel sind schon aus bevor sie öffentlich werden) .... usw

Von Gast: Gast: hw am 04.04.2009 um 20:55

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Re: Re: Subventionen undurchsichtig

es ist schon erstaunlich, welche Beamten die 'Antraege' auf Subventionen pruefen, man muss sich auch nur einmal die Formulare anschauen, da ist Missbrauch Tuer und Tor geoeffnet. Wenn bestimmte Tatbestaende ausreichen sollte das genuegen. Auch die EIB gefoerderten Kredite sind fragwuerdig, werden da nur Freunderl beguenstigt? wer prueft ?, der Rechnugshof vielleicht, damit er wieder einen schoenen Bericht fuer die Schublade schreiben kann?

Von Gast: Gast: Heinz Geyer am 06.04.2009 um 10:45

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Re: rechtsstaat-bananenrepublik

wir sind beides, sowohl ein wenig rechts-staat als auch eine republik,
die bananen importiert aber auch eine republik, wo recht (fast) nur auf der seite des stärkeren gilt; für mich ein typisches anzeichen von bananenhafter struktur - nie reif für...

Von Gast: Gast: sirnicha am 02.04.2009 um 07:21

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