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Leitartikel: Ackermann bleibt. Sind wir jetzt die Dummen?

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von Wolfgang Unterhuber | 28.04.2009 | 16:36

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Leitartikel: Ackermann bleibt. Sind wir jetzt die Dummen?

Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein österreichischer Top-Manager aufgrund der Wirtschaftskrise seinen Sessel räumt oder räumen muss.

WB/Mayr

Zitiert

Wolfgang Unterhuber

Ein Krisenverursacher darf fröhlich weitermachen

Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein österreichischer Top-Manager aufgrund der Wirtschaftskrise seinen Sessel räumt oder räumen muss. Festzuhalten ist, dass es sich dabei eigentlich um Spitzenleute handelt, die mit der aktuellen Entwicklung aber nicht mehr mithalten können. Und: Es sind Führungskräfte, die die Krise nicht verursacht haben.

In Deutschland ist das anders. Dort darf der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, weitere drei Jahre in Amt und Würden bleiben. Ackermann hat ein erstes Quartal mit knapp 1,2 Milliarden € Gewinn hingelegt, nachdem man zum Jahresende 2008 noch tief in die roten Zahlen geschlittert war.

Wow! Die Deutsche Bank scheffelt also schon wieder Geld und ist fast wieder bei einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent angelangt. Herr Ackermann war ja übrigens immer schon „Mister 25 Prozent“. Banker, die darunter lagen, galten gemeinhin als Loser. Aber jetzt: Wieder alles paletti? Dürfen wir mit Herrn Ackermann das Ende der Krise ausrufen?

Nun ja: Da gibt es ein kleines Problem. Herr Ackermann verdient sein Geld nur mit Investmentbanking. „Bösartige“ Menschen sagen dazu auch Spekulation. Das Privatkundengeschäft ist hingegen dramatisch eingebrochen. Analysten und Ratingagenturen glauben daher auch, dass bei der Deutschen Bank eine dicke Abschreibungsbombe tickt. Herr Ackermann sagt aber, dass er mit Sicherheit keine Staatshilfe brauchen wird. Aber Ackermann hat im Februar auch gesagt, dass die Aktionärsversammlung im kommenden Jahr „mit Sicherheit sein letzter Tag bei der Bank sein werde.“ Davon ist natürlich nicht mehr die Rede.

So darf also ein Manager weitermachen, der bei der Entstehung der Krise nicht nur dabei war, sondern sie wesentlich mitverursacht hat. Die Deutsche Bank war mittendrin in den Spekulationsgeschäften, Kreditverkäufen etc. etc. Aber ein gebürtiger Schweizer und Reserveoffizier, der gerne von „seiner Bank“ spricht, begeht natürlich keine Fahnenflucht, wie das Magazin „Spiegel“ schreibt. Und wie es sich für einen echten Patriachen gehört, wurde auch weit und breit kein geeigneter Nachfolgekandidat aufgebaut. Ackermann regiert nicht nur „seine Bank“, sondern auch seinen Aufsichtsrat.

Jeder Banker, jeder Unternehmer und Manager,  der in der Vergangenheit nicht fröhlich mitgezockt hat, um die Profite hochzupeitschen und stattdessen sozusagen konservativ seine Geschäfte betrieben hat, muss sich jetzt fragen, ob er nicht irgendwie ganz schön der Dumme ist.

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4 Kommentare

Gigantische Leverage

kann der Bank auch noch zum Verhaengnis werden falls das Zwischenhoch an Boerse und Wirtschaft zu Ende geht. Sicher ist der Ausfall von vielen Konkurrenten ein grosses Plus fuer DB - aber mit einem tangible Equity von 1% der Bilanzsumme (!!) bewegt sich die Bank auf sehr duennem Eis wenn etwas schief gehen sollte. Leverage dieser Hoehe hat einen Turboeffekt fuer Gewinne - aber leider auch fuer Verluste

Von Gast: Gast: Heinz Geyer - Temple Associates London am 04.05.2009 um 15:03

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trauriger leitartikel

wenn ich so einen leitartikel in einer linken parteizeitung lesen würde - ok. aber: im wirtschaftsblatt ????; man sollte wissen dass investmentbanking nicht zockerei ist u.v.a. mehr !!!!; gute nacht wirtschaftsblatt wenn nicht die emotionslosen analyse zählt sondern populistische polemik

Von Gast: Gast: wiblaleser am 29.04.2009 um 20:55

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Spekulation

Wieso ist Investmentbanking nur Spekulation?
Ich meine, würde eine oberflächliche Wikipedia Recherche nicht genügen um in Erfahrung zu bringen aus welchen Komponenten sich IB zusammensetzt und dass nicht alle davon spekulativen Charakter haben?
Einer Wirtschaftszeitung nicht würdig.

Von Gast: Gast: gast6 am 29.04.2009 um 11:45

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"Börsen-Leuchtturm" Ackermann? (Profumo wäre allerdings höher - und würde daher bis nach Wien leuchten...)


Aus marktpsychologischer Sicht ist's ja vielleicht gar nicht so schlecht, wenn es da einen Fels in der Brandung gibt, der schon wieder business as usual betreibt...

Von Gast: Gast: ökono-mist am 29.04.2009 um 03:18

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