
|
Dialog-backdrop Deutsche Unterstützung für die KammerrebellenNicht nur sechs österreichische Industrielle rebellieren gegen die Kammerumlage. Auch in Deutschland formieren sich Gruppen, die den Kammerzwang abschaffen wollen. Die sechs Kammerrebellen Voestalpine, Böhler Uddeholm, Magna, die Prinzhorn Holding, Zellstoff Pöls und Sattler Textil, die sich weigern, die Kammerumlage (KU) zu bezahlen, bekommen Unterstützung aus Deutschland. Rund um den Unternehmer Kai Boeddinghausen hat sich die Gruppe Kammerwatch formiert, die ebenfalls gegen die KU rebellieren: „Der Kammerzwang muss fallen“. Dieser bestünde neben Österreich und Deutschland auch in Italien und Frankreich. „Wenn der gesetzliche Zwang in einem Land kippt, kippt er in der gesamten EU“, ist Boeddinghausen überzeugt. Deshalb will er mit den Österreichern gemeinsame Strategien erarbeiten. Claus Raidl, Alfred Heinzel und Alexander Tessmar-Pfohl kündigten im WirtschaftsBlatt an, bis vor den Europäischen Gerichtshof zu gehen. Anders als hierzulande gibt es in den 16 deutschen Bundesländern 80 Industrie- und Handelskammern (IHK). Jede werde von einem hochdotierten Geschäftsführer, mehreren Bereichsleitern und einem ehrenamtlichen Präsidenten angeführt. Als „skandalös und bürokratisch“ bezeichnet Boeddinghausen diese Konstrukte, für die er nicht zu zahlen bereit ist. Die Höhe der KU könne jede IHK individuell festsetzen. Boeddinghausen beziffert die KU auf über eine Milliarde € jährlich. In Österreich betrug sie im Vorjahr 170 Millionen €. „Ein Bein im Knast“ Laut Boeddinghausen gibt es in Deutschland Unternehmer, die wegen ausständiger KU „ständig mit einem Beim im Knast“ stehen oder denen die Geschäftskonten gesperrt wurden. Die WKO sieht dem gelassen entgegen: der zuständige Jurist sieht für eine EuGH-Klage keine Chance auf dem Boden des geltenden Rechts. Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Zeitung…
|
Alle NachrichtenAktualisieren
NEWSTICKER |
3 Kommentare
Nur wenn die Großen poltern interessiert es die Presse
Raidl und Co bekommen immer wieder Schlagzeilen, wenn sie sich aus der Solidargemeinschaft entfernen wollen. Dass ein kleiner, weil meit Ein-Personen-Unternehmen und KMUs, Berufsstand vormacht, wie man ein sinnvolles demokratisches Sytem der Interessenvertretung betreibt und alte Strukturen aufbricht, ist natürlich keine Schlagzeile wert.
Seit 2007 können die selbständigen Bilanzbuchhalter zwischen der Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer und der Wirtschaftstreuhänderkammer wählen und diese auch wechseln. Von diesen Rechten machen sie auch Gebrauch.
Wen interessierts ?
Von Gast: Gast: Dr. Friedrich Bock bock21@aon.at am 04.05.2009 um 20:59
Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten
Hoffentlich haben die "Rebellen" Erfolg
de Kammerzwang entspricht dem Mittelalter aber nicht einer modernen Wirtschaft. Einige Leistungen der Kammer sind gut und dafür würde ich auch gerne bezahlen, aber ich möchte entscheiden können was ich aus dem Angebot nehme und was nicht. Ich bin nur ein ganz kleiner Unternehmer aber die Plackerei nehme ich auf mich, weil ich mein eigenern Herr sein möchte und dann kommt die Kammer.... In Oberösterreich wir die Präsidentschaft dann auch noch vom Vater auf den Sohn "vererbt"
Von Gast: Gast: Peter Heinzl am 04.05.2009 um 09:00
Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten
Re: Zitat:"In Oberösterreich wir die Präsidentschaft dann auch noch vom Vater auf den Sohn "vererbt"
Guten Morgen, liebe Mitstreiter,
nun würde mich aber wirklich einmal interessieren:
Ist diese Aussage eine ironisch gemeinte Posse oder Tatsache?
Nichts ist unmöglich bei den Kammern.
mit der Bitte um Rückmeldung an:
mipra@freenet.de
mit schönen Grüssen aus dem Weserbergland (D)
Michael Pramann
Von Gast: Gast: Michael Pramann am 11.05.2009 um 06:54
Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten